Brauerei
Brautalente der Emil-Fischer-Schule auf Tour
Das dritte Lehrjahr der Brauerinnen und Mälzerinnen hat mit einem eigenen Beitrag am Brauwettbewerb der Peter-Romeis-Stiftung in Oberthulba (Bayern) teilgenommen. Hierfür waren bundesweit alle Lehrinstitute aufgerufen, ein Pils nach definierten Vorgaben zu brauen und einzureichen. Insgesamt beteiligten sich 14 Teams aus ganz Deutschland, deren Biere von einer fachkundigen Jury bewertet wurden.
Die 14 Interpretationen des Bierstils verdeutlichten eindrucksvoll, welch große Vielfalt sich aus denselben Rohstoffen erzielen lässt. Die Veranstaltung bot zudem einen spannenden Blick hinter die Kulissen: Das Institut Romeis erstellt mit modernster Technik Analysen für die Lebensmittel-, Getränke- und Wasserwirtschaft und verfügt über eine eigene Hausbrauerei zur Beratung in den Bereichen Qualität, Sicherheit und Technologie.
Neben dem Wettbewerb stand der fachliche Austausch im Fokus, da hier die Brautalente von morgen zusammenkamen. Neben Hochschulinstituten waren zahlreiche Auszubildende aus anderen Bundesländern gemeinsam mit ihren Berufsschullehrkräften vertreten.
Den Sieg errang schließlich der Handwerksmeister-Abschlusskurs der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei Berlin (VLB), gefolgt von zwei Gruppen der Hochschule Weihenstephan. Trotz der starken Konkurrenz konnte sich die Gruppe der Emil-Fischer-Schule bei ihrer erstmaligen Teilnahme eine respektable Platzierung im Mittelfeld sichern. Jedes Team erhielt zudem eine individuelle Bewertung durch den Biersommelier-Weltmeister Karl Schiffner. Über das Bier der Emil-Fischer-Schule notierte er:
MONIS PILS Emil-Fischer-Schule „Sattes Goldgelb prägt das Antlitz, das von einem gut geformten Schaum mit fester Stabilität bedeckt ist. Grasige Hopfentöne prägen die erste Geruchswahrnehmung, begleitet von molligem Malzgeruch. Auf der Zungenspitze flackert der Malzgeschmack kurz auf, um dann die Regie den zartbitteren Hopfentönen zu überlassen. Der Nachtrunk klingt trocken aus.“
Betriebsbesichtigung der Mälzerei Weyermann® in Bamberg
Am darauffolgenden Tag nutzten wir die Gelegenheit, die traditionsreiche Malzfabrik Weyermann® zu besuchen, die unsere Schulbrauerei bereits seit über zwei Jahrzehnten als Malzsponsor unterstützt.
Im Gästezentrum der Firma Weyermann® erhielten wir zunächst einen Rückblick auf die Unternehmensentwicklung – vom Rösten unter der Zeltplane in der Gründerzeit bis hin zum heutigen Weltmarktführer im Bereich der Spezialmalze. Zudem bekamen wir einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise und die Firmenphilosophie von Weyermann® Malz.
Im Anschluss besuchten wir das Labor und erfuhren, wie Weyermann® erlesene Qualitätsrohstoffe gewinnt und welche Ansprüche an das Getreide gestellt werden. Danach verfolgten wir die Produktion vom Keimkasten bis zur Rösterei und ließen uns die beeindruckenden Röstanlagen erklären. Im Logistikzentrum sahen wir, wie das Malz verpackt, palettiert und verladen wird, um in über 135 Länder weltweit versandt zu werden.
Neben der eigenen Versuchsbrauerei konnten wir auch kurz die Brennerei besichtigen und erfahren, dass aus den Weyermann®-Spezialmalzen eine Vielfalt edler Destillate hergestellt wird. Wieder im Gästezentrum angekommen, rundete eine Verkostung ausgewählter Bierspezialitäten aus der Weyermann®-Braumanufaktur den Besuch ab.
Wir haben uns durch die angenehme, zugewandte Atmosphäre und die ausführliche Führung sehr willkommen gefühlt. Es waren zwei lehrreiche und schöne Tage im Klassenverband.
Text: L. Kirstein, Dr. H. Michaels
Bildnachweise: Paula Löwe, Anouk Steinmetz Lars Kirstein













